173 Motorradfahrer blasen kräftig den Marsch
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Artikel aus der vom 27.06.2011
Leonberg Das größte Motorrad fahrende Blasorchester der Welt hat Warmbronn einen Besuchabgestattet. Von Max Esser
Gegen 22 Uhr erreicht die Stimmung in der Warmbronner Staigwaldhalle am Samstagabend ihren Höhepunkt: "Stell dich ein in Oberkrain" schmettert das gewaltige Blasorchester durch die Halle. Die Horn- und Posaunisten verlassen ihre Plätze auf der Bühne und marschieren durch den Saal, die Trompeter besteigen die Tische. Das Publikum steht, klatscht und jubelt mit. Im beschaulichen Warmbronn herrscht eine Stimmung wie auf dem Münchener Oktoberfest.
Verantwortlich dafür ist "Biker machen Blasmusik", das alljährliche Treffen passionierter Musiker und Motorradfahrer. Aus ganz Deutschland sind die blasmusikbegeisterten Biker angereist, um beim großen Konzert dabei sein zu können: "Die längste Anreise betrug 750 Kilometer", erzählt Ralf Denninger, der das gewaltige Orchester dirigierte. Er war es auch, der seinerzeit die Idee für das außerordentliche musikalische Spektakel hatte.
Dass die mittlerweile 22. Ausgabe von "Biker machen Blasmusik" in Leonberg stattfand, ist allerdings das Verdienst von Wolfram Kienle, dem zweiten Vorsitzenden der Stadtkapelle Leonberg. Er plante bereits seit Jahren das rollende Blasorchester, dem er selbst schon seit langem angehört, nach Leonberg zu holen. "Das 100-Jahr-Jubiläum der Stadtkapelle in diesem Jahr war dann genau der richtige Anlass", erklärt der leidenschaftliche Biker und Schlagzeuger.
Mitmachen kann bei der Blasmusikkapelle der besonderen Art grundsätzlich jeder, der sowohl des Motorradfahrens als auch eines Instruments einigermaßen mächtig ist. So kommt es auch, dass das Orchester mittlerweile gigantische Ausmaße angenommen hat: In diesem Jahr waren unter anderem 14 Tuben, 22 Posaunen, 28 Klarinetten und 17 Saxofone dabei. Insgesamt zählte die Kapelle 173 Musiker, die sich nicht nur optisch, sondern vor allem klanglich bemerkbar machten. Schon beim ersten Lied, dem berühmten "Fliegermarsch", war das Publikum von der immensen Klangkulisse sichtlich angetan. Die gute Stimmung schwappte sofort von der Bühne über. Das folgende, fast dreistündige Programm, war äußerst abwechslungsreich und kurzweilig zusammengestellt: Von altbekannten Klassikern der Blasmusik wie "Hoch Heidecksburg" über Stimmungsmacher wie "Anton aus Tirol" oder "Hände zum Himmel" bis hin zur Neuvertonung moderneren Materials wie "Smoke on the Water" oder Michael Jacksons "Bad" war für jeden etwas geboten.
"Wir haben nur zwei Stunden geprobt, spielen beim Konzert aber fast drei Stunden", gab Dirigent Denninger zu. Doch für die Zuhörer war kein Unterschied zwischen ungeprobtem und vorbereitetem Material zu hören. Auch komplexe musikalische Werke wie den "American Marchin" Dixie" brachte das Orchester einwandfrei über die Bühne. Nach der Zugabe in Form von Wolfgang Petrys "Wahnsinn" war nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker restlos begeistert: "Es war einfach gigantisch - wie jedes Jahr", meinte Initiator Wolfram Kienle sichtlich angetan.
Nächstes Jahr findet "Biker machen Blasmusik" dann in Osthofen bei Worms statt. Und auch dort wird wieder eine grandiose Atmosphäre herrschen.
Aktualisiert (Montag, den 27. Juni 2011 um 21:50 Uhr)


